Das Projekt NeMo.bil feierte erfolgreichen Abschluss

Das Projekt NeMo.bil verfolgte einen innovativen Ansatz mit zwei aufeinander abgestimmten Fahrzeug-Typen. Schwärme kleinerer autonomer Fahrzeuge (Cabs) bedienen die ersten und letzten Meilen. Auf längeren Strecken vereinen sie sich zu einem Konvoi, der von einem größeren Fahrzeug (Pro) gezogen wird. Dieses System ist optimal geeignet, um einen ressourcenschonenden individuellen öffentlichen Verkehr insbesondere in ländlich geprägten Regionen zu ermöglichen.
Bei der Abschlussveranstaltung auf dem Zukunftsquartier in Paderborn konnten die Gäste die Ergebnisse des Projekts erstmalig in ihrer Gesamtheit erleben. Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erhielten Einblicke in die entwickelten Fahrzeuge, digitale Anwendungen und technischen Systeme. In Diskussionen rund um die Fachausstellung und bei Fahrdemonstrationen zeigte sich, wie die einzelnen Bausteine des Mobilitätskonzepts zusammenwirken und welche Potenziale sie für die Mobilität der Zukunft eröffnen.
Im Rahmen der begleitenden Ausstellung haben Fabian Adelt und Sebastian Hoffmann Ergebnisse aus agentenbasierten Verkehrssimulationen präsentiert, welche zur Ermittlung von Akzeptanzen und Mobilitätsbedarfen im Projekt durchgeführt wurden. Diese zeigen, dass autonome On-Demand-Cabs von verschiedenen Mobilitätstypen (z. B. Umweltbewussten) bei der Verkehrsmittelwahl bevorzugt würden. Gleichzeitig können sich unintendierte Nebeneffekte ergeben, da es durch den Wechsel von Rad- und Fußwegen auf Cabs auch zu mehr Straßenverkehr kommt.
Die Simulationen wurden mit dem Open-Source-Framework MATSim durchgeführt und basieren auf verschiedenen, öffentlich verfügbaren Mobilitäts- und Kartendaten. Die generierten Mobilitätsbedarfe werden vom Projektpartner Software Innovation Lab (SI-Lab) der Universität Paderborn zur Konvoi- und Flottenoptimierung weiterverwendet.
Mit dem erfolgreichen Abschluss von NeMo.bil endet zwar die Projektlaufzeit, die Weiterentwicklung der entstandenen Lösungen wird der NeMo e.V. jedoch fortsetzen. Die im Projekt entwickelten leichten Fahrzeuge für die erste und letzte Meile bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Konzepte der Schwarmmobilität. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Weiterentwicklung und Industrialisierung der Systeme. Auch die Seniorprofessur ist an mehreren Folgeanträgen beteiligt, in denen autonome Fahrzeuge eingesetzt, erprobt, evaluiert und weiter optimiert werden.



